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Luftaufnahme Treuenbrietzen (Foto: Stadtverwaltung Treuenbrietzen)Spielplatz Treuenbrietzen (Foto: Stadtverwaltung Treuenbrietzen)Treuenbrietzen Stadtansicht mit Wasserturm und Rathaus (Foto: Kerstin Sprengel)
 
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Forstamt

Der Forstbetrieb Treuenbrietzens ist in den Naturpark Nuthe- Nieplitz (www.naturpark-nuthe-nieplitz.de) zwischen den Großlandschaftsbereichen des Flämings und des Baruther Urstromtals eingebunden. Der Hauptanteil der Waldflächen Treuenbrietzens erstreckt sich südöstlich der Stadt entlang der B 102 in Richtung Jüterbog in einer Längenausdehnung von 12km. Die Flächenausdehnung des gesamten Stadtwaldgebietes umfasst ca. 20 km² (2000 ha).

 

Im Jahr 2001 beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Gründung eines eigenen Forstbetriebes. Im Jahr 2002 wurde das Forstamt ca. 5 km südöstlich von Treuenbrietzen im Ortsteil Frohnsdorf eingerichtet. Daraus ableitend entstand ein Waldbewirtschaftungskonzept auf ökonomisch- ökologischer Grundlage mit der Leitlinie des naturgemäßen Waldbaus.


Die "Naturgemäße Waldwirtschaft" (www.anw-brandenburg.de) des Forstbetriebes stellt sich inhaltlich wie folgt dar: 

  • Verzicht auf Kahlschläge
  • Bestandesbegründung (Neuanpflanzung) mit Baumarten der potentiell natürlichen Waldgesellschaft
  • Anpassung der Wildpopulation an die Verjüngungspotentiale
  • bodenschonender Maschineneinsatz und Verzicht auf Chemie
  • Anlage eines Rückegassensystems


Forstingenieur Dietrich Henke leitet das Forstamt. Verwaltet wird das Forstgebiet durch den Fachbereich Natur und Landschaft.

Waldbewirtschaftung

Grundlegende Zielsetzung des Stadtforstamtes ist die Überführung der Stadtwaldflächen in strukturierte, artenreiche Mischwälder unter Einbeziehung der Förderung natürlicher Verjüngungsprozesse.


Die Leitlinie hierfür stellt das Prinzip der “Naturgemäßen Waldwirtschaft“ mit seinen beweiskräftigen Inhalten.


Um auch andere Waldbesitzer von dieser Wirtschaftsform überzeugen zu können, bietet das Forstamt nicht nur interessante Exkursionsthemen an, sondern übernimmt auch die Betriebsführung im Sinne einer zielorientierten Privatwaldbetreuung.


Eine frühzeitige und kräftige Jungdurchforstung gepaart mit einer auf den Einzelstamm gerichteten Altdurchforstung, beinhalten hierfür zwingende Nutzungsansätze.


Der jährliche Hiebssatz für die Bewirtschaftung umfasst eine nachhaltige Gesamtmenge von ca. 8000 Efm.


Die Standortverhältnisse entsprechen nicht den typischen Bedingungen Südbrandenburgs, so dass die angestrebten Naturverjüngungspotentiale durchaus erreicht werden können.


In Zukunft kann dennoch nicht auf eine künstliche Bestandesbegründung mit nachfolgendem Zaunbau verzichtet werden, da noch 72% der Stadtwaldfläche langfristig jagdlich verpachtet worden sind.

Flächen nach dem Waldbrand 2018

Der Waldbrand 2018, welcher insgesamt 400 ha Kiefernforst zerstörte, stellte die Waldbewirtschaftung des ebenfalls stark betroffenen Stadtforstes vor neue Herausforderungen und alte Probleme.

 

Auf einer so großen, freien Fläche mit tiefgreifend beeinträchtigter Bodenstruktur (Verschlechterung der Bindung von Wasserteilchen an Bodenbestandteilen, Veränderung in der Krümelstruktur, Auswaschung von Mineralien und Ionen, verschlechterte Kationenaustauschkapazität, Erhöhung des pH-Wert, verringertes C/N-Verhältnis durch die Verbrennung der kohlenstoffhaltigen Bodenbestandteile) wird das wenige Wasser aus den in der Region ohnehin niedrigen Niederschlägen kaum gehalten und fließt oftmals oberflächlich ab.

 

Die Oberbodenfeuchtigkeit steht den Setzlingen durch die hohe Sonneneinstrahlungsintensität und den Wind, der über diese große Flächen sehr gut angreifen kann, kaum mehr zur Verfügung. Somit erschien eine Bestockung nach dem vorherigen Schema des monotonen Kiefernforst als wenig sinnvoll. Auch für einen zukünftigen Wald war man sich sicher, mit einem naturnahen Waldumbau bessere Antworten auf den höheren Klimastress, vermehrte Schädlingskalamitäten und auf das Waldbrandgeschehen in den nächsten Dekaden zu haben.

 

Da gesicherte Kenntnisse zum Umgang mit einer so großen Brandfläche in unseren Breitengraden nicht zur Verfügung stehen, kann man den Stadtforst als großes Freilandlabor bezeichnen. Wissenschaftliche Unterstützung erhalten wir dabei von verschiedenen Institutionen (Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg, Universität Potsdam, Thünen Institut etc.), die die Restrukturierung und -vitalisierung der Waldbrandflächen seit 2018 mit verschiedenen Projekten (PYROPHOB, CleverForst) begleiten.

 

Vordergründig gilt es die Bodenstandortverhältnisse für den zukünftigen Waldbestand zu verbessern z.B. durch Ansaat bodenverbessernder Arten, der Anlage von Sukzessionsflächen und der aktiven Pflanzung von Wildlingen. Durch den somit höheren Laubholzanteil wird auch das Brandpotential stark durch den höheren Feuchtigkeitsgehalt der Laubhölzer im Sommer vermindert. Reine in Brandenburg übliche monotone Nadelhölzerkulturen bieten durch ihren hohen Harzanteil und die schlecht verrottende Nadelstreu im Oberboden ein viel zu hohes Brandpotential. Gleichzeitig wurden aber auch Totholzanteile vor der Abholzung bewahrt, um die Feuchtigkeit zwischen den verbliebenen Wurzelwerken im Oberboden zu halten.

 

Ein oftmals vernachlässigtes Element in der Waldbewirtschaftung stellt der Waldsaum dar. Der Wiederaufbau eines 30 m breiten, strukturierten Waldsaumes, der den Übergang von der Freifläche zum zukünftigen Wald darstellen soll, steht daher in gesondertem Fokus. Die Saumgesellschaften werden entlang von Waldwegen mit gebietseigenen Sträuchern und Baumarten von geringer Wuchshöhe als der spätere Wald, angelegt. Sie untergliedern die große Fläche und wirken damit wiederum den Feuchteverlusten im Oberboden durch Wind entgegen. Für viele Vogel- und Insektenarten bieten solche Übergangsbiotope den idealen Lebensraum. Denn Artendiversität erschließt sich vor allem aus der Habitatdiversität. Durch die Schaffung unterschiedlicher vertikaler Schichten stehen mehr Nischen für verschiedene Pflanzen- und Tierarten zur Verfügung.

 

Kleinere Erfolge können bereits verzeichnet werden. Die Ansaaten zeigen sich 2020 bereits mit sattem Grün zwischen den verkohlten Resten des Vorgängerwaldes. Die Zwischenergebnisse dieses großen Freilandversuchs werden auf den Projektseiten der jeweiligen wissenschaftlichen Partner dargestellt.

Jagdbewirtschaftung

Die Stadt Treuenbrietzen stellt einen Vertreter des Jagdbeirates im Landkreis Potsdam- Mittelmark, der die Interessen der Gemeinde- und Kommunalwälder vertritt. Im Jahre 2004 übernahm die Stadt Treuenbrietzen 28% der Waldflächen in jagdlicher Eigenregie.


Zukünftig ist es das Ziel, den Flächenanteil der Regiejagd dahingehend zu vergrößern, um den Forderungen des Waldbewirtschaftungskonzeptes nachzukommen. Das war und ist eine zwingende Voraussetzung, um den Verbissschaden durch überhöhte Schalenwildbestände zu verhindern und die Wildbestände auf ein waldverträgliches Maß zu reduzieren.


Auch anderen Waldbesitzern gegenüber besteht somit die Möglichkeit, beispielhaft die Einheit zwischen Wald und Wild im Sinne einer natürlichen Waldentwicklung so zu verdeutlichen, dass zukünftig sowohl waldfreundliche Pachtverträge in den Jagdgenossenschaften als auch die Einhaltung der Abschussplanerfüllung vom Eigentümer verhandelt und kontrolliert werden.


Abgeleitet aus diesen Notwendigkeiten muss es das Ziel sein, vor allem die Baumarten der natürlichen Waldgesellschaft zukünftig ohne kostenintensiven Zaunschutz verjüngen zu können.


Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass aufgrund der untrennbaren Verknüpfung zwischen Jagdrecht und Eigentum (§3 BJagdG) die Umsetzung waldbaulicher Ziele nur dann realisiert werden kann, wenn der Eigentümer die Jagd auf seinen Flächen selbst ausübt.

Vorträge und Naturführungen

Das Forstamt der Stadt Treuenbrietzen ist stetig bemüht die Inhalte der Waldbewirtschaftung der breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Daher bietet das Forstamt Fachvorträge und Naturführungen zur Waldbewirtschaftung an. Zusätzlich wird ein Waldlehrpfad, unweit der Stadt selbst in der Nähe des Reichelmsteiches entlang der Nieplitzniederung, unterhalten.


Interessierte Gruppen bis 20 Personen, gern auch Kita- und Schulklassen, können sich an den Leiter des Forstamtes wenden. Die Preise richten sich nach der Verwaltungsgebührensatzung. Diese ist auf den Seiten des Ratsinformationssystems der Stadt Treuenbrietzen unter "Ortsrecht" einzusehen.

Wildbret

Bei Interesse an Wildbret vom Schwarz-, Rot-, Damm- oder Rehwild wenden Sie sich bitte an den Leiter des Forstamtes.

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